Nein, Sie müssen der Bewerbung kein Foto beilegen. Das „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)“ schreibt sogar klipp und klar vor: Bewerber ohne Foto dürfen nicht benachteiligt werden. Unser Tipp: Schicken Sie trotzdem lieber eins. Denn was hilft all die schöne Theorie, wenn der Personaler fotolose Bewerbungen umgehend in die unterste Ablage schiebt. Doch auch wenn Sie Ihr professionell aufgenommens Bewerbungsfoto bereits stolz in der Hand halten, ist das Wohlwollen des Unternehmens noch lange nicht gesichert. Psychologische Studien haben festgestellt, dass schon nach weniger als einer Sechstelsekunde ein Urteil über die abgebildete Person gefällt wird. Unbewußt somit auch über nicht sichbare Punkte wie Qualifikation und Sozialverhalten. Besser also vorher noch einmal in unserer Checkliste nachlesen, was ein herausragendes Bewerbungsfoto ausmacht und wie Sie Ihren Recruiter überzeugen können.

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So sieht ein Top-Bewerbungsfoto aus

In der Regel sollte das optimale Bewerbungsfoto das Gesicht, die Frisur und die obere Schulterhälfte umfassen. Bitte vermeiden Sie Ganzkörperaufnahmen sowie Close-Ups, also „aufdringliche“ Nahaufnahmen.

Die Kleidung spielt bei dem Bewerbungsfoto eigentlich eine untergeordnete Rolle, da die Personalabteilung beziehungsweise der Recruiter ja unterhalb der Schultern kaum etwas sieht. Das heisst aber auch: Der sichtbare Teil Ihrer Persönlichkeit muss sitzen. Hier müssen Sie je nach Unternehmen entscheiden – und darüber hinaus beachten: Was soll Ihre Persönlichkeit authentisch wiederspiegeln. Wird ein Sacko mit T-Shirt überzeugen? Oder ein Anzug mit Hemd beziehungsweise Kostüm mit Bluse? Welchen Schmuck trage ich?

Bei längeren Haaren oder „Sturmfrisuren“: Achten Sie darauf, dass Ihr Gesicht klar erkennbar ist. Sie haben eine Brille? Diese sollte Ihr Gesicht nicht vollständig verdecken; die Gläser sollten nicht spiegeln.

Fragen wie „Ist ein Rock bei dem bevorstehenden Vorstellungsgespräch zu gewagt?“ und „Welche Schuhe trage ich anstatt der geliebten Red Wings?“ stellen sich dann erst beim direkten Bewerbungsgespräch. Auf dem Bewerbungsfoto sind diese Mode-Accessoires nicht sichtbar.

Lächeln Sie! Je authentischer und sympathischer Sie auf dem Bewerbungsfoto wirken, desto effektiver unterstreichen Sie Ihre mögliche zukünftige Rolle im Unternehmen. Natürlich sollten Sie Ihre Mimik-„Spiele“ nicht übertreiben; bei eher konservativen Unternehmen kann auch ein ernster Gesichtsausdruck überzeugen.

Natürlich bestätigen auch hier Ausnahmen die Regeln. Sollten Sie sich für ein StartUp bewerben, das zum Beispiel aus der Künstler-Szene kommt, dürfen Sie diese ja doch recht konservativen Bewerbungsfoto-Standards aufbrechen – und gerne etwas mehr wagen. Wie wäre es bei einer Plattenfirma mit einem nachgemachten Retro-T-Shirt der allerersten unter Vertrag genommenen Band? Oder bei einem jungen, innovativen Hutmacher-Unternehmen mit einer auffälligen Kopfbedeckung?

Außergewöhnliches Bewerbungsfoto
Konservative Bewerbungsfoto-Standards dürfen aufgebrochen werden.
Doch nicht für alle Personaler.

So reicht es nur für ein Flop-Bewerbungsfoto

In die Kategorie „originelle Bewerbungsfotos“ für ein junges StartUp fallen nicht: Urlaubfotos, Bilder mit Tieren, Party-Pics, Schnappschüsse, veraltete Fotos oder ähnlichen Privataufnahmen.

Sie möchten bei der Kleidungsauswahl eine gewisse Kreativität an den Tag legen? Kein Problem. Aber übertreiben Sie es nicht. Sie bewerben sich um einen Job, nicht um die Aufnahme bei einem sozialen Netzwerk.

Ist die Ausleuchtung bei Ihrem Bewerbungsfoto perfekt? Beachten Sie, dass Sie aufgrund schlechter Lichtverhältnisse zu starke Augenringe oder Ähnliches aufweisen könnten - und fälschlicherweise über Ihr Bewerbungsfoto als ein „Bild der Erschöpfung“ oder als „motivationslos“ gedeutet werden.

Das Foto sieht nach Bahnhofsautomat aus? Hmpf. Dann mal lieber doch schnell zum professionellen Fotografen; dieser wird Ihre individuellen Stärken, auch nach Ihren Vorgaben, geschickt in Szene setzen.