JobSelektor-Geschäftsführerin Manuela Schwarz über Frauen im Job, Work-Life-Balance und Karriere-Tipps für Berufsanfänger

JobSelektor: In vielen Branchen gilt die Entscheidung, Kinder zu bekommen, leider immer noch als Karrierehindernis für Frauen. Wie haben Sie das persönlich erlebt?

JobSelektor-Geschäftsführerin und IGZ-Vorstandmitglied Manuela Schwarz: Ich selbst hatte keine Probleme im Job voll präsent zu sein, da mein Mann -glücklicherweise- Hausmann ist. Viele Mütter arbeiten in dieser Situation natürlich erst einmal einige Zeit in Teilzeit. Eine Führungsposition in Teilzeit auszuüben ist allerdings leider oft sehr schwierig. Zu meinem Werdegang muss ich sagen: Als ich meine Karriere begonnen habe, gab es einige wenige weibliche Vorgesetzte in der Jobvermittlung, mittlerweile hat sich das verbessert. Ich stehe mit sehr vielen weiblichen Führungskräften in der Branche in Kontakt. 

Setzen Sie in Ihrem Unternehmen verstärkt auf weibliche Angestellte und Führungskräfte?

Ja, ganz klar. Grundsätzlich stelle ich sowohl männliche als auch weibliche geeignete Bewerber ein, aber: Frauen können sehr gut strukturieren und organisieren, was sicher durch die die Evolution bedingt ist. Wir Frauen mussten früher das Lebensumfeld, die Nahrungszubereitung, die Kindererziehung und das soziale Umfeld organisieren, während die Männer auf der Jagd nach Nahrung waren. Heute kommen diese Talente Frauen im Job zu Gute.

Gibt es denn in beruflichen Tätigkeiten überhaupt Unterschiede zwischen Frauen und Männern?

Ich denke schon, dass es diese gibt und das ist auch gut so - gerade in der Zeitarbeitsbranche. Besonders die Kommunikation unterscheidet sich zwischen Frauen und Männern, und Führung besteht zu 80 Prozent aus Kommunikation. Außerdem sind Frauen anders empathisch als Männer, sie haben ein besonderes Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen. Männer sind manchmal weniger emotional, sie verhalten sich eher rational. 

Frauen im Job haben es schwierig
Besonders in der Kommunikation unterscheiden sich Frauen und Männer

Mit welchen Problemen können Frauen auch heute noch im Berufsleben konfrontiert werden?

Frauen gelten allgemein als zu emotional und zu weich. Es wird ihnen nachgesagt, dass sie sich in schwierigen Verhandlungen nicht durchsetzen können. Dann: Männer fühlen sich oft von den Eigenschaften einer Frau bedroht. Sie erkennen, dass eine Frau ihren Weg in die Karriere ganz anders geht als ein Mann und wollen -oder können- das oft nicht nachvollziehen. Dazu kommt das Thema der möglichen Schwangerschaft und damit verbunden vermeintliche Ausfallzeiten, Kosten und im schlimmsten Fall der Verlust der Mitarbeiterin.

Jeder Start ins Berufsleben ist schwer - was sind die absoluten No-Gos im neuen Job?

Die NoGos sind von Firma zu Firma und Vorgesetzen zu Vorgesetzen ganz unterschiedlich.

Grundsätzlich zählt der erste Eindruck und dazu gehört ein gepflegtes und der Position, auf die man sich bewirbt, angemessener Kleidungsstil. Ein offenes Lächeln und ein fester Händedruck zur Begrüßung zeigen Selbstbewusstsein. Und wer sich dann noch gut vorbereitet hat und ein gewisses Interesse an der Branche und dem Unternehmen zeigt, für das er sich bewirbt, der hat schon einmal einige Pluspunkte gesammelt.

Welche 3 Tipps können Sie Berufsanfängerinnen mit auf den Weg geben?

Bereite dich immer gut auf das Gespräch vor, denn Wissen ist Macht!

Sei dir selber darüber im Klaren, warum du dich genau bei dieser Firma und für diese Position bewirbst!

Stelle kurz vor dem Gesprächsende die Frage: Worauf legen sie bei der Entscheidung für den richtigen Mitarbeiter besonders Wert? Versuchen Sie dann gemäß der Antwort, deutlich zu machen, warum genau Sie dann der richtige Mitarbeiter sind.

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